W3C.DE<edition W3C.de>

Warum <edition W3C.de>?

Es ist die Aufgabe unseres W3C-Büros, Entwickler, Anbieter und Benutzer im deutschen Sprachraum besser in die Weiterentwicklung des Web einzubinden. Immerhin wird hierzulande einiges an Geld für Forschung und Entwicklung in diesem Bereich ausgegeben. Damit die Ergebnisse solcher Anstrengungen sich im WWW durchsetzen können, müssen die Ideen auch in Standards und ihrer Weiterentwicklung Eingang finden. Firmen wie z.B. Siemens, SAP, der Telekom-Konzern, die Software AG, Altova, Daimler Chrysler oder auch Einrichtungen der Forschung und Lehre wie Fraunhofer Gesellschaft oder DFKI haben dies erkannt und arbeiten im W3C an der Entwicklung neuer Web-Standards mit. (Hier finden Sie eine vollständige und aktuelle Liste der deutschen und österreichischen W3C-Mitglieder.)

Auf der anderen Seite: die Voraussetzungen könnten besser sein. Zu verbreitet ist hierzulande immer noch die Auffassung, dass das Internet - oder zumindest seine Weiterentwicklung - eine originär amerikanische Angelegenheit sei. Und manche Politiker in den USA sind auch nur zu gerne bereit, diese Auffassung zu teilen. Aber vergessen wir nicht: das Web ist in Europa entwickelt worden und die ersten beiden "W" von "WWW" stehen für "World Wide"!

Oft ist es auch unsere Wirtschafts- und Wissenschaftskultur, die uns hindert, in diesem Bereich aktiv zu werden. Eine Publikation in einem referried Journal ist hierzulande für die akadamische Karriere weitaus wichtiger, als Editor eines RFCs oder einer W3C-Recommendation zu sein. Wirtschaftsmanager neigen in Europa oftmals immer noch dazu, sich auf den Binnenmarkt zu fixieren und verbannen globales Denken in ihre Sonntagsreden.

Auch die Sprache spielt eine Rolle. Obwohl die meisten Beteiligten in der Web-Szene über ausreichende Englischkenntnisse verfügen, bleibt das Internet ein Heimspiel für die Amerikaner, wenn Englisch die einzige relevante Sprache im Internet ist. Eines der großen Anliegen von WWW-Erfinder und W3C-Direktor Tim Berners Lee ist es, das WWW wirklich zu internationalisieren. Das WWW ist für alle Kulturen und Sprachen in der Welt gedacht - und auch die Entwicklung erfolgt "world wide"!

Als Stefan Mintert 1999 mit mir seine Idee diskutierte, eine Buchreihe mit kommentierten Übersetzungen der W3C-Standards herauszugeben, war ich innerhalb von zwei Minuten restlos überzeugt:

Natürlich ist ein solches Projekt nicht immer einfach durchzuführen. Deshalb möchte ich mich bei allen bedanken, die mitgemacht - und trotz mehrfacher Überschreitung des Zeitplans - dabei geblieben sind: bei Stefan Mintert für die Idee und das Management des Projekts, allen Übersetzern und Autoren der Kommentare für ihre Begeisterung und den Mut, sich an dem Experiment zu beteiligen, Addison-Wesley und unserer Lektorin Sylvia Hasselbach für die Aufgeschlossenheit und Geduld. Ein besonderer Dank geht an Ivan Herman, "Head of W3C World Offices", der für das W3C alle Texte gelesen und viele Anregungen gegeben hat (O-Ton: "ja, ich kann Deutsch lesen"). Innerhalb des W3C hat er sich immer für das Projekt eingesetzt.

Klaus Birkenbihl
Leiter des Deutsch-Österreichischen W3C-Office
Sankt Augustin im Juli 2002


Klaus Birkenbihl, German & Austrian W3C Office (Klaus@w3.org)
Last revised: $Date: 2008/09/15 09:56:05 $