W3C

W3C startet Verbindungsgruppe für Medizinindustrie und Semantisches Web

Interessengruppe "Semantic Web für Gesundheitswesen und Life Sciences" bringt Mediziner und Forscher zusammen

Kontakt für Amerika und Australien --
Janet Daly, <janet@w3.org>, +1.617.253.5884 or +1.617.253.2613
Kontakt für Europa, Afrika und den mittleren Osten -
Marie-Claire Forgue, <mcf@w3.org>, +33.492.38.75.94
Kontakt für Asien --
Yasuyuki Hirakawa <chibao@w3.org>, +81.466.49.1170

(auch in Französisch and Japanisch verfügbar; siehe auch Übersetzungen in andere Sprachen)



http://www.w3.org/ -- 22. November 2005 -- Das World Wide Web Consortium (W3C) startet eine neue Interessensgruppe, um Anbieter der medizinischen Industrie mit Semantic-Web-Experten in Kontakt zu bringen und dadurch die Zusammenarbeit, Forschung und Entwicklung sowie die Umsetzung von Innovation in den Bereichen Gesundheitswesen und Life Sciences zu verbessern. Als erste ihrer Art im W3C setzt die Semantic Web for Health Care and Life Sciences Interest Group (HCLSIG) standardisierte Semantic-Web-Spezifikationen in spezifischen, von einer Anwendergemeinschaft definierten Dienstleistungen ein.

"Dieses neue Projekt stellt die W3C-Spezifikationen auf den Prüfstand einer dynamischen, vielschichtigen und ineinander verzahnten Reihe von Gruppen," sagte  Tim Berners-Lee, Direktor des W3C. "Wir haben eine beachtliche Gelegenheit, auf die Experten in diesem Gebiet zu hören, zu sehen, wie unsere Arbeit ihren Anforderungen entspricht und ihren zukünftigen Anforderungen zu dienen."

Bestehende Hürden verhindern gemeinsames Nutzen verwandter Daten und bremsen die klinische Forschung

Sowohl in der Life Sciences Forschergemeinde als auch im Umfeld von Gesundheitsdienstleistern behindern Schranken für den Austausch von Daten die Innovation und erschweren die effiziente Erbringung von Pflegediensten. So sind Daten und Informationen, die von Chemikern, Biologen und Klinikärzten erzeugt werden, oft für die jeweils anderen nicht verfügbar, das Material kann aber zum gegenseitigen Nutzen sein. Um eine Infrastruktur aufzubauen, die diese verschiedenen Gruppen verbindet und ihnen als Plattform dient ist es notwendig, sowohl die Menschen zusammen zu bringen als auch diese Arbeit auf einem Framework aufzusetzen, das ein Semantik-reiches System, Prozess- und Informationsinteroperabilität unterstützt.

Semantic-Web-Techniken können eine Brücke zwischen Chemikern, Biologen, Klinikärzten und anderen Forschern bauen

Die Forschung im Gesundheitswesen und den Life Sciences entwickelt sich rapide und einer der kritischen Schlüssel zu ihrem Erfolg ist die Implementierung von neuen Modellen der Informatik, die viele Formen von biologischen und medizinischen Informationen über Institutionsgrenzen hinweg vermitteln. Durch die Einbettung von Semantik in die medizinischen und Forschungsinformationen bekommen Forscher besseren Zugriff auf Wissen, das benötigt wird um effektiv Heilmittel für Krankheiten zu finden, Medikamente sicherer und günstiger zu machen und es Pflegedienstleistern zu ermöglichen, den Patienten individuelles klinisches Management anzubieten. Die Nutzung von Semantic-Web-Technologien wird dabei helfen, von Trial-and-Error-Methoden wegzukommen und es zu erleichtern, Wissen über die Molekularbahnen für effektivere Entscheidungen in der klinischen Forschung zu nutzen.

W3C geht in Richtung der Verbindung von Gebietsexperten mit Web Technologien, um Kommunikation und Informationsverteilung zu verbessern

Die HCLSIG soll Use Cases entwickeln, die den Geschäftswert des Einsatzes von Semantic-Web-Techniken verdeutlichen; darüber hinaus wird sie Kern-Vokabularien und Ontologien entwickeln sowie Richtlinien und eine Sammlung von bewährte Praktiken für eindeutige Identifikatoren. Die Gruppe wird ein Forum für die Unterstützung von Kommunikation, Ausbildung, Zusammenarbeit und Implementierung bieten. Sie wird mit anderen Semantic-Web-Gruppen zusammenarbeiten, um Vorschläge für zukünftige Entwicklungen zu sammeln, und wird den Einsatz von Semantic-Web-Technologien und die Verbreitung von interoperablen, regelbasierten Daten und Datenbanken im Gesundheitswesen und der Life-Science-Industrie fördern.

Das W3C hat diverse Interessensgruppen zusammengebracht - politische Entscheidungsträger, Techniker, Forscher und Sprachwissenschaftler - um die Grundlagen für Web-Technologie zu legen, mit enormem Erfolg. Diese Historie hat W3C bestärkt, mit der HCLSIG einen weiteren Schritt in vertikale Anwendungsbereiche von Webstandards zu gehen.

Weitere Informationen finden Sie auf der W3C Semantic Web Health Care and Life Sciences Homepage.

Diese Arbeiten werden von der W3C Technology and Society Domain geleitet und sind Teil der Semantic Web Activity von W3C.

Über das World Wide Web Consortium (W3C)

Das W3C wurde gegründet, um alle Möglichkeiten des Web zu erschließen. Dazu werden einheitliche Protokolle entwickelt, die den Fortschritt des Web fördern und seine Interoperabilität sicherstellen. Das W3C ist ein internationales Industrie-Konsortium, das gemeinsam vom MIT Computer Science and Artificial Intelligence Laboratory (CSAIL) in den USA, dem European Research Consortium for Informatics and Mathematics (ERCIM) mit Sitz in Frankreich und der Keio Universität in Japan geführt wird. Das Konsortium bietet folgende Dienstleistungen: Informationen über das World Wide Web für Entwickler und Benutzer sowie verschiedene prototypische und Musteranwendungen, um den Einsatz der neuen Technik zu demonstrieren. Gegenwärtig sind über 400 Organisationen Mitglieder des Konsortiums. Weitere Informationen finden Sie unter http://www.w3.org/.

Über das Deutsch-Österreichische Büro des World Wide Web Consortiums (W3C.DE/AT)

Das Deutsch-Österreichische Büro des W3C (W3C.DE/AT) im Fraunhofer-Institut für Medienkommunikation ist der Repräsentant des W3C für den deutschen Sprachraum. http://www.w3c.de/