(auch in Französisch
und Japanisch
verfügbar; siehe auch Übersetzungen in
anderen Sprachen)
http://www.w3.org/
-- 24. Oktober 2006 -- Das World
Wide Web Consortium hat heute eine wichtige Verbindung
zwischen Semantischem
Web und der Mikroformate-Community geschaffen. Mit Hilfe von
"Gleaning Resource Descriptions from Dialects of Languages", kurz GRDDL("griddle"
ausgesprochen), kann Software automatisch Informationen von
entsprechend strukturierten Webseiten extrahieren und diese
ins
Semantische Web einfügen.Dies steigert den Wert bereits
vorhandener Daten vor allem für all jene, die Mikroformate
benutzen, um strukturierte Daten in XHTML
darzustellen, indem es ihnen erlaubt, solche Daten zu sehr geringen
Kosten direkt ins Semantische Web zu portieren.
W3C lädt nun die Community herzlich zur kritischen Durchsicht dieses ersten Entwurfs (First Public Working Draft) der GRDDL Working Group ein.
Im Zuge jener neuen Entwicklungen, die von vielen unter dem Begriff "Web 2.0" zusammengefasst werden, steigt die Nachfrage nach Anwendungen, die auf der Verbindung verschiedener Arten von Daten, die über das gesamte Web verteilt sind, in so genannten "Mash-ups" basieren. Eine Vielzahl im Web engagierter Gemeinden verfolgen auf oft innovative Weise Datenaustausch etwa von Kalender-, Kontakt- oder GPS-Informationen. Diese Communities haben verschiedene soziale Konventionen und Technologien entwickelt, die auf ihre jeweiligen Bedürfnisse zugeschnitten sind. So haben etwa Suchmaschinen großen Erfolg mit statistischen Methoden, während Fotobegeisterte ihre Fotos zunehmend mit Kurzbeschreibungen ("text labels") versehen.
Ein Großteil dieser Arbeit kann mit Hilfe von so genannten "Mikroformaten" umgesetzt werden. Unter Mikroformaten versteht man hierbei Sätze einfacher, offener Datenformate, die auf bereits bestehende, weit verbreitete Standards (wie HTML, CSS und XML) aufsetzen.Die neuerliche Welle solcher Anstrengungen zielt somit direkt auf den Kern des Semantischen Webs ab. Communities im Semantischen Web haben sich bereits intensiv darum bemüht, Datenqualität und -verfügbarkeit im Web zu verbessern, um so effektivere Dateneinbindung zu gewährleisten. Dafür bedarf es möglichst verschiedenartige Anwendungen, die sich an der Größe des Webs ausrichten und dadurch leistungsstärkere Mash-ups ermöglichen. Der Web-basierte Standard zur Unterstützung dieser Bemühungen ist als "Semantic Web Stack" bekannt.Die Grundlagen dieses Standards erfüllen die formellen Auflagen für so verschiedene Anwendungsbereiche wie Verwaltung von Bankkontoauszügen oder Verknüpfung medizinischer Daten.
Sicherlich hat (fast) jede Methode, die eigenen Daten öffentlich zugängig zu machen, ihren Platz. Aber warum sollte man sich auf nur eine Vorgehensweise beschränken, wenn man gegen geringe Kosten gleich von mehreren profitieren kann? Bei ihrer Suche nach Anwendungen, die Datenmodellierung oder -validierung erfordern, bleibt indes die Frage für Benutzer von Mikroformaten, wie man sich diese Daten bei formelleren Anwendungen am besten zunutze machen kann.Im GRDDL Primer finden sich mehrere praktische Anwendunsgbeispiele, wie man ein XHTML-Dokument mit Mikroformaten "griddelt". Praktische Auswirkungen von GRDDL für das Erstellungsverfahren sind indes minimal und erfordern allenfalls geringfügige Anpassungen bei bereits erstellten Dokumenten. GRDDL ist somit nicht nur sehr kostengünstig, sondern auch bereits voll gebrauchsbereit.