W3C

W3C startet Inkubator-Aktivität

Neue Option für technische Forschungsarbeit beim W3C

Kontakt für Amerika --
Janet Daly, <janet@w3.org>, +1.617.253.5884 oder +1.617.253.2613
Kontakt für Europa --
Marie-Claire Forgue, <mcf@w3.org>, +33.492.38.75.94
Kontakt für Asien --
Yasuyuki Hirakawa <chibao@w3.org>, +81.466.49.1170

(auch in Französisch und Japanisch verfügbar; siehe auch Übersetzungen in andere Sprachen)



http://www.w3.org/ -- 8. Februar 2006 -- Das World Wide Web Consortium (W3C) hat heute den Start seiner Incubator Activity angekündigt, einer neuen Initiative zur Stärkung der Entwicklung von aufkommenden Web-bezogenen Technologien, die den gegenwärtigen Recommendation Track ergänzt. Die Inkubator-Aktivität bietet der W3C-Mitgliederschaft und der Web-Community einen neuen, schlanken Prozess, um interessante und möglicherweise kontroverse Ideen zu entwickeln und zu diskutieren, die (noch) keine klaren Kandidaten für die Standardisierung sind.

"Mit den Inkubator-Aktivitäten können W3C-Mitglieder und eingeladene Experten jetzt die Erforschung von Web-Technologie mit den herausragenden technischen Ressourcen bei W3C kombinieren und sehen, was sich daraus entwickelt", erklärt W3C-Geschäftsführer Steve Bratt. "Wir haben bereits mehrere Vorschläge, die ihre ersten Gehversuche wahrscheinlich im W3C-Brutkasten machen werden."

Die erste Inkubatorgruppe wird sich mit dem Thema "Content Labels" beschäftigen. Die W3C Mitglieder, die diese erste Inkubatorgruppe sponsern, sind: @semantics; Internet Content Rating Association (ICRA); Institute of Informatics & Telecommunications, NCSR; Institute for Learning and Research Technology (ILRT); University of Bristol; Segala; T-Online; Vodafone; und Yahoo!

W3C bietet einen neuen Ansatz für Arbeit in frühen Entwicklungsphasen

Der W3C Recommendation-Track-Prozess hat lange Geschichte von Erfolgen in der Entwicklung von Standards für die fundamentale Web-Infrastruktur. Der Recommendation-Track ermöglicht die Entwicklung von qualitativ hochwertigen Standards, die den Konsens der Mitgliederschaft, des Teams und der Öffentlichkeit wiederspiegeln. Koordination mit der Community, Interoperabilitätstests und gründliche Überprüfung sind wichtige Aspekte des Recommendation-Track-Prozesses.

Auch die Web-Community hat darauf gedrängt, mehr Forschungsarbeit im W3C durchzuführen. Die Inkubator-Aktivitäten sind dafür ausgelegt, aufkommende Konzepte zu fördern, die vielleicht einen Beitrag zur zukünftigen Kern-Webarchitektur beitragen können, oder solche Technologien, die traditionell eher als Teil der Anwendungsschicht angesehen wurden. Der schlanke neue Prozess ermöglicht fokussierten Gruppen interessierter W3C-Mitglieder und eingeladener Experten, in einer Inkubatorgruppe ("XG" genannt) rasch neue Arbeiten zu beginnen und voranzubringen, die in einem "Incubator Group Report" gipfeln. Die Inkubator-Aktivitäten sind dazu gedacht, diese Arbeiten unkompliziert in den Recommendation-Track überführen zu können, wenn genügend Interesse and der Standardisierung der Ergebnisse besteht.

Die erste W3C-Inkubatorgruppe wird Content Labels studieren

Die Charter für die W3C Content Label Incubator Group nennt als Ziel der Gruppe, "einen Weg zu finden, eine beliebige Zahl von Aussagen über eine Ressource oder Ressourcengruppe zu machen. Um vertrauenswürdig zu sein, sollte die Beschreibung, die diese Aussagen enthält, automatisiert geprüft werden können."

"In dieser XG geht es im Kern darum, es Content-Providern zu erleichtern, Daten über Schlüsselcharakteristika ihres Materials zu veröffentlichen. Das wird es Suchmaschinen, Aggregatoren und anderen Systemen erlauben, den Inhalt zu personalisieren, den sie den Nutzern anbieten, nachdem sie die Daten auf irgendeine Art und Weise validiert haben", erklärt Phil Archer, Technischer Direktor von ICRA. "Unsere ersten Fallstudien beschäftigen sich mit Dingen wie Eignung für mobile Geräte, Konformität mit Richtlinien der Barrierefreiheit, Zertifizierungen, Relevanz für Schule oder Studium und, im Interessensgebiet der ICRA, Eignung für Kinder."

Die Gruppe geht davon aus, dass sie ihre Ergebnisse innerhalb eines Jahres vorlegen wird.

Über das World Wide Web Consortium (W3C)

Das World Wide Web Consortium (W3C) ist ein internationales Konsortium, in dem Mitgliedsorganisationen, ein Stab von Vollzeitmitarbeitern und die Öffentlichkeit gemeinsam daran arbeiten, Web-Standards zu entwickeln. W3C verfolgt seine Ziele hauptsächlich durch die Erstellung von Web-Standards und Richtlinien, die ein langfristiges Wachstum des Web sicherstellen sollen. Über 400 Organisationen sind Mitglieder des Konsortiums. W3C wird gemeinsam vom MIT Computer Science and Artificial Intelligence Laboratory (MIT CSAIL) in den USA, der European Research Consortium for Informatics and Mathematics (ERCIM) mit Sitz in Frankreich und der Keio University in Japan geführt und hat darüber hinaus ein Weltweites Netz von W3C-Büros. Weitere Informationen finden Sie unter http://www.w3.org/

Über das Deutsch-Österreichische Büro des World Wide Web Consortiums (W3C.DE/AT)

Das Deutsch-Österreichische Büro des W3C (W3C.DE/AT) im Fraunhofer-Institut für Medienkommunikation ist der Repräsentant des W3C für den deutschen Sprachraum.  http://www.w3c.de/

Übersetzung: Thomas Tikwinski, W3C.DE/AT