W3C

W3C verlängert die Web Services Activity und erweitert die Arbeit

Arbeitsgruppe "Semantische Annotationen für WSDL" gestartet

Kontakt für Amerika --
Janet Daly, <janet@w3.org>, +1.617.253.5884 oder +1.617.253.2613
Kontakt für Europa, Afrika und den mittleren Osten --
Marie-Claire Forgue, <mcf@w3.org>, +33.492.38.75.94 oder +33.676.86.33.41
Kontakt für Asien --
Yasuyuki Hirakawa <chibao@w3.org>, +81.466.49.1170

(auch in Französisch und Japanisch verfügbar; siehe auch Übersetzungen in andere Sprachen)



http://www.w3.org/ -- 21. März 2006 -- Das World Wide Web Consortium (W3C) verstärkt seine Bestrebungen, die Grundlagen für Web-Services zu schaffen, indem es seine Web Services Activity verlängert. W3C setzt die Arbeit an den Spezifikationen für SOAP, Web Services Description Language (WSDL) und Addressing fort und richtet eine neue Gruppe mit der Aufgabe ein, Web-Service-Beschreibungen um Semantik zu erweitern. Die Die Anreicherung von Web-Services mit Technologien aus dem Semantischen Web erleichtert es, die Auffindung und Kombination von Web-Services zu automatisieren.

Semantik bereichert Web-Service-Beschreibungen

WSDL wird genutzt, um das Interface eines Web-Service zu beschreiben, seine Ein- und Ausgaben. WSDL allein bietet nicht genügend Informationen, um automatisiert zu bestimmen, ob die Interfaces von zwei beliebigen Web-Services kompatibel sind. Semantische Beschreibungen erleichtern es, automatisch Services zu identifizieren, die kompatible Ein- und Ausgaben besitzen. Hat man also die Beschreibung eines Services zum Auffinden von Büchern und die Beschreibung eines Services zum Kauf derselben - beide mit Semantik ausgestattet -, wird es sehr viel leichter, diese beiden Services zu einem nützlicheren Komposit-Service zusammenzufügen. Aus dem gleichen Grund erleichtern maschinenlesbare semantische Beschreibungen das Auffinden von nützlichen Web-Services.

Einbindung in WSDL 2.0

In WSDL 2.0 sind bereits Erweiterungmöglichkeiten vorgesehen, die eine Spezifikationen von semantischen Beschreibungen erlauben. W3C hat die Arbeitsgruppe Semantischen Annotationen für die Web Services Description Language (SAWSDL) beauftragt, einen Annotationsmechanismus zu entwickeln, der von diesen Möglichkeiten Gebrauch macht.

"Es gibt verschiedene Communities rund um Semantic Web Services", erklärt Jacek Kopecky, Leiter der Arbeitsgruppe Semantic Annotations für WSDL und Vertreter von DERI aus Innsbruck. "W3C bringt sie in seinem konsens-orientierten Prozess zusammen, um sicherzustellen, dass die umfassende und breite Expertise genutzt und in Form einer Standardlösung für Web-Automation eingesetzt werden kann."

Die Arbeitsgruppe Semantic Annotations für WSDL wird ausserdem eine Abbildung der neuen Eigenschaften in eine Form des Resource Description Framework (RDF) erarbeiten, die mit dem bestehenden RDF mapping for WSDL kompatibel ist.

Industrie und Forschungsgemeinschaft fördern die Konvergenz von Semantic Web und Web Services

Über 400 Forscher und Entwickler nehmen an der laufenden Semantic Web Services Interest Group (SWS IG) teil, einem öffentlichen Forum, das im Jahr 2003 geschaffen wurde, um Web-Services-Themen in Richtung auf die Integration von Semantic Web und Web Services zu diskutieren. Feedback und Beobachtungen sowohl von Forschern als auch von Geschäftsinitiativen sollten der neuen Arbeitsgruppe helfen, ihre Arbeit auf Erfahrungen aus der Realität zu gründen. 

In 2005 hat W3C den Semantic Web Services Workshop abgehalten, um Informationen über mögliche Standardisierungsarbeiten zu Semantik in Web-Services zu sammeln.

Der Start der SAWSDL-Arbeitsgruppe wird vom IST-Programm WS2-Projekt der EU gefördert.

Über das World Wide Web Consortium (W3C)

Das World Wide Web Consortium (W3C) ist ein internationales Konsortium, in dem Mitgliedsorganisationen, ein Stab von Vollzeitmitarbeitern und die Öffentlichkeit gemeinsam daran arbeiten, Web-Standards zu entwickeln. W3C verfolgt seine Ziele hauptsächlich durch die Erstellung von Web-Standards und Richtlinien, die ein langfristiges Wachstum des Web sicherstellen sollen. Über 400 Organisationen sind Mitglieder des Konsortiums. W3C wird gemeinsam vom MIT Computer Science and Artificial Intelligence Laboratory (MIT CSAIL) in den USA, der European Research Consortium for Informatics and Mathematics (ERCIM) mit Sitz in Frankreich und der Keio University in Japan geführt und hat darüber hinaus ein Weltweites Netz von W3C-Büros. Weitere Informationen finden Sie unter http://www.w3.org/

Über das Deutsch-Österreichische Büro des World Wide Web Consortiums (W3C.DE/AT)

Das Deutsch-Österreichische Büro des W3C (W3C.DE/AT) im Fraunhofer-Institut für Medienkommunikation ist der Repräsentant des W3C für den deutschen Sprachraum.  http://www.w3c.de/

Übersetzung: Thomas Tikwinski, W3C.DE/AT