W3C

W3C nimmt die HTML-Activity wieder auf

Entwickler und Browserhersteller gestalten die Zukunft von HTML

Kontakt für Amerika und Australien --
Janet Daly, <janet@w3.org>, +1.617.253.5884 oder +1.617.253.2613
Kontakt für Europa, Afrika und den mittleren Osten -
Marie-Claire Forgue, <mcf@w3.org>, +33.492.38.75.94
Kontakt für Asien --
Yasuyuki Hirakawa <chibao@w3.org>, +81.466.49.1170

(auch auf Französisch und Japanisch verfügbar; siehe auch Übersetzungen in andere Sprachen)



http://www.w3.org/ -- 7. März 2007 -- In Anerkennung der Bedeutung eines offenen Forums für die Entwicklung der wichtigsten Web-Content-Technologie lädt das W3C heute Browserhersteller, Applikationsentwickler und Content-Designer ein, an der Gestaltung der nächsten Version von HTML durch Teilnahme an der neuen W3C HTML Working Group mitzuwirken. Aufbauend auf vielfältigen Eingaben aus der Designer- und Entwickler-Community innerhalb und ausserhalb der W3C-Mitgliederschaft hat W3C der Gruppe vorgegeben, öffentlich zu arbeiten und ein breites Teilnehmerfeld von W3C-Mitgliedern ebenso wie Nicht-W3C-Mitgliedern zusammenzustellen. 

"HTML hat klein angefangen, mit strukturiertem Markup, ohne Lizenzbedingungen und mit der Möglichkeit, alles mit allem zu verlinken. Diese Einfachheit und Offenheit hat mehr als alles andere zum enormen und dauerhaften Erfolg von HTML geführt", erklärte Tim Berners-Lee, Direktor des W3C und Erfinder von HTML. "Es ist an der Zeit, den Standard wieder aufzugreifen und zu sehen, was wir tun können, um die Anforderungen der heutigen Community zu erfüllen, und das effektiv mit Beteiligung der Browserhersteller und auf eine transparente und offene Art und Weise."

Die Entwicklung von HTML

Nach der Veröffentlichung von HTML 4 und in der Folge eines Workshops 1998 hat das W3C daran gearbeitet, HTML in ein XML-basiertes Format namens XHTML zu verwandeln, um die Vorteile von XML-Formaten auszunutzen. Die erste vollständige XHTML-Recommendation wurde im Frühjahr 2000 herausgebracht. Aufgrund der großen Menge von bereits bestehendem Web-Content in verschiedenen Varianten von HTML haben Browserhersteller XHTML jedoch nur langsam umgesetzt. Das wiederum bedeutete wenig Motivation für Content-Entwickler, XHTML im traditionellen Desktop-Umfeld einzusetzen. Führende Kräfte in der Web-Entwickler- und Design-Community haben W3C daher gedrängt, seinen Einsatz für HTML zu erneuern, indem beginnend mit dem HTML 4-Standard neue Funktionen so hinzugefügt werden, dass sie mit der gängigen Praxis in der Community konsistent und abwärtskompatibel sind. Das W3C wird bei der Sicherung der Interoperabilität helfen, indem es der Community robuste Test-Suiten und Validierungsdienste für zukünftige Technologien zur Verfügung stellt.

Das W3C freut sich, seine Arbeit an HTML mit starker Unterstützung seiner Mitglieder und mehr eigenen Resourcen (einschließlich Mitarbeiter und Hardware) wieder aufzunehmen. W3C hat die HTML Working Group Charter darauf zugeschnitten, eine aktive Beteiligung von Browserherstellern, Applikationsdesignern und Contententwicklern zu ermöglichen, deren gemeinsame Beteiligung den Schlüssel zum Erfolg des zukünftigen HTML darstellt.

Der Wert von XHTML

XHTML hat sich in anderen Märkten als wertvoll erwiesen, so etwa im Markt für mobile Geräte, in Unternehmensanwendungen, auf Serverseite und in einer wachsenden Zahl von Web-Applikationen wie Blog-Software. So hat die Mobile Web Best Practices Working Group XHTML Basic als Eckpfeiler in die Mobile Web Best Practices eingebunden, weil es von Software mit weniger Speicherbedarf unterstützt werden kann. Die Märkte für XML-Inhalte sind enorm und wachsen weiter; deswegen wird W3C neben dem klassischen HTML-Syntax auch einen XML-Syntax für das neue HTML definieren.

Eines der Designziele von XHTML 2.0 war, die Sprache so generisch wie möglich zu halten und anstatt von HTML-Funktionen mit ähnlichen Zwecken bestehende XML-Standards wie XForms, XML Base und XML Events wiederzuverwenden. Mit der Planung der XHTML 2 Working Group wird das W3C seine technische Arbeit an dieser Sprache fortführen; gleichzeitig wird darüber nachgedacht, die Sprache umzubenennen, um die Unabhängigkeit und den eigenen Marktwert zu unterstreichen.

Zusätzlich zu den neuen HTML und XHTML 2 Arbeitsgruppen freut sich W3C, die Hypertext-Koordinationsgruppe zu verlängern und die Forms-Arbeitsgruppe einzusetzen. Die Forms-Arbeitsgruppe wird die Arbeit an der XForms-Architektur fortsetzen, die signifikanten Einsatz in einer Reihe von Plattformen gefunden hat.

Über das World Wide Web Consortium [W3C]

Das World Wide Web Consortium (W3C) ist ein internationales Konsortium, in dem Mitgliedsorganisationen, ein Stab von Vollzeitmitarbeitern und die Öffentlichkeit gemeinsam daran arbeiten, Web-Standards zu entwickeln. W3C verfolgt seine Ziele hauptsächlich durch die Erstellung von Web-Standards und Richtlinien, die ein langfristiges Wachstum des Web sicherstellen sollen. Über 400 Organisationen sind Mitglieder des Konsortiums. W3C wird gemeinsam vom MIT Computer Science and Artificial Intelligence Laboratory (MIT CSAIL) in den USA, der European Research Consortium for Informatics and Mathematics (ERCIM) mit Sitz in Frankreich und der Keio University in Japan geführt und hat darüber hinaus ein Weltweites Netz von W3C-Büros. Weitere Informationen finden Sie unter http://www.w3.org/

Über das Deutsch-Österreichische W3C-Büro [W3C.DE/AT]

Das Deutsch-Österreichische Büro des W3C (W3C.DE/AT) am Fraunhofer-Institut IAIS ist der Repräsentant des W3C für den deutschen Sprachraum.  http://www.w3c.de/

Übersetzung: Thomas Tikwinski, W3C.DE/AT