W3C

W3C Standard vereinfacht die Erstellung sprachunterstützter Web-Anwendungen

Spezifikation des Aussprachelexikons senkt Kosten durch Wiederbenutzung

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http://www.w3.org/ -- 14. Oktober 2008 -- W3C veröffentlicht heute einen Standard, welcher die Entwicklung von Web-Anwendungen, die mit dem Nutzer sprechen und ihm zuhören, erleichtert. Die Spezifikation des Aussprachelexikons (PLS, Pronunciation Lexicon Specification) 1.0 ist der neueste Teil des W3C Rahmenwerks für Sprachschnittstellen zur Erstellung von Web-Anwendungen, welche durch Stimme und Sprache gesteuert werden. PLS kann die Entwicklungskosten dieser Anwendungen senken, indem sie den Menschen ermöglicht, Aussprachewörterbücher gemeinsam und mehrfach zu benutzen. Zusätzlich erleichtert PLS die Eingrenzung von Anwendungen, indem es Aussprachebelange von anderen Teilen der Anwendung abtrennt.

"Standardaussprachelexika waren ein fehlendes Teil des W3C Rahmenwerks für Sprache," sagte Paolo Baggia, Direktor der internationalen Standards bei Loquendo und Herausgeber der PLS 1.0 Spezifikation. "Ich bin sehr glücklich, aktiv zum Füllen der Lücke beigetragen zu haben. Als Ergebnis können Menschen ab heute '100% standardgemäß' sprachgesteuerte Anwendungen erzeugen."

Stimminteraktion Teil der W3C Ein-Web-Vision

Alltägliche sprachgesteuerte Web-Anwendungen gibt es reichlich, auch wenn man nicht immer realisiert, dass man mit einem Web-Service interagiert; Beispiele beinhalten Abflug- und Ankunftsinformationen von Fluglinien, Bankgeschäfte, automatisierte Telefonerinnerungsdienste und automatische Telefonrezeptionisten. Nach einer Schätzung nutzen 85% der interaktiven Sprachdienstanwendungen für Telefone (inklusive Mobiltelefone) den W3C VoiceXML 2.0 Standard.

"Es gibt weltweit 10 mal mehr Telefone als ans Internet angeschlossene PCs. Telefone werden der Hauptzugang zum Web werden," sagte James A. Larson, Mitvorsitzender der Sprachbrowser-Arbeitsgruppe (Voice Browser Working Group), die den neuen Standard erstellt hat. "Spracherkennung wird bislang noch nicht grossartig mit dem 'optischen Web' assoziiert, doch dies wird sich ändern, da Endgeräte weiterhin immer kleiner werden und Tastaturen unpraktisch machen, und da Mobiltelefone sich vor allem in Regionen mit niedriger Alphabetisierungsrate verbreiten werden."

Nach dem Weg fragen, während man Auto fährt, und die Antwort durch Sprachsynthese hören, veranschaulicht wie praktisch solche "Freisprech"-Anwendungen für mobile Benutzer sein können. Sprachgesteuerte Anwendungen nützen auch Menschen mit Behinderungen (wie z. B. Sichtfeldeinschränkungen) und Analphabeten.

W3C betrachtet den Sprachzugang als einen Teil des allgemeineren "multimodalen" Zugangs, mit dem Benutzer verschiedene Mittel zur Interaktion kombinieren können: Spracheingabe, Sprachrückmeldung, elektronische Tinte, Berührungseingabe und physische Bewegungen (wie sie in manchen Videospielen genutzt werden). Die Sprachbrowser-Arbeitsgruppe und die Multimodale Interaktionen-Arbeitsgruppe (Multimodal Interaction Working Group) stimmen ihre Bemühungen miteinander ab, um das Web auf mehr Geräten und in mehr Situationen verfügbar zu machen.

Über das World Wide Web Konsortium [W3C]

Das World Wide Web Konsortium (W3C) ist ein internationales Konsortium, in dem  Mitgliederorganisationen, ein Vollzeit-Mitarbeiterstab und die Öffentlichkeit zusammenarbeiten, um Web-Standards zu entwickeln. W3C verfolgt seine Aufgabe  hauptsächlich über die Erstellung von Web-Standards und Richtlinien, die gedacht sind, das Langzeitwachstum des Webs sicherzustellen. Über 400 Organisationen sind Mitglieder des Konsortiums. W3C wird gemeinschaftlich vom MIT Computer Science and Artificial Intelligence Laboratory (MIT CSAIL) in den USA, dem Europäischen Forschungskonsortium für Informatik und Mathematik (ERCIM) mit Hauptsitz in Frankreich und der Keio Universität in Japan geführt und besitzt weltweit zusätzliche Büros. Weitere Informationen finden Sie unter http://www.w3.org/.