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W3C erschliesst Daten über das Web mit SPARQL

Leistungsstarke Technologie zur Abfrage verteilter und verschiedenartiger Daten

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(auch erhältlich in Französisch und Japanisch; Schauen Sie auch nach Übersetzungen in andere Sprachen)



http://www.w3.org/ -- 15. Januar 2008 -- W3C gibt heute die Veröffentlichung von SPARQL bekannt, dem Schlüsselstandard zur Erschliessung von Daten über das semantische Web. Mit der SPARQL-Abfragetechnologie, sprich "sparkel", können Menschen ihren Fokus mehr darauf richten, was sie wissen wollen, als darauf, welche Datenbanktechnologie oder welches Datenformat hinter den Kulissen genutzt wird, um die Daten zu speichern.  Da SPARQL-Abfragen Ziele auf höchster Ebene ansprechen, wird es leichter, sie auf unvorhergesehene Datenquellen auszuweiten oder sie sogar auf neue Anwendungen zu portieren.

"Zu versuchen, das semantische Web ohne SPARQL zu nutzen ist wie der Versuch, relationale Datenbanken ohne SQL zu benutzen," erklärte Tim Berners-Lee, W3C-Direktor. "SPARQL ermöglicht es, Informationen von Datenbanken und anderen unterschiedlichen Quellen im Dschungel des Webs abzurufen."

Es gibt bereits 14 bekannte Einführungen von SPARQL, viele davon sind Open Source.

SPARQL überwindet die Begrenzungen der traditionellen Abfragesprache von lokaler Suche, einfaches Format

Es existieren viele erfolgreiche Abfragesprachen, einschliesslich Standards wie SQL und XQuery. Diese wurden ursprünglich für Abfragen entworfen, die auf ein einzelnes Produkt, Format, Informationstyp oder lokalen Datenspeicher begrenzt waren. Traditionell war es notwendig, dieselben Abfragen auf höchster Ebene unterschiedlich zu formulieren, je nach dem, welche Anwendung oder spezifische Gestaltung für die relationale Datenbank gewählt wurde. Und wenn mehrere Datenquellen abgefragt wurden, war es nötig, eine Logik zur Zusammenführung der Ergebnisse zu schreiben. Diese Beschränkungen verursachten höhere Entwicklungskosten und erzeugten Barrieren bei der Einbeziehung neuer Datenquellen.

Das Ziel des semantischen Webs ist es, Menschen die Möglichkeit zu geben, Daten global gemeinsam zu nutzen, zusammenzuführen und wiederzuverwenden. SPARQL wurde für die Benutzung in der Grössenordnung des Webs entworfen und ermöglicht so Abfragen über verteilte Datenquellen, unabhängig vom Format. Das Erstellen einer einzelnen Abfrage über unterschiedliche Datenspeicher ist einfacher als das Erstellen multipler Abfragen; zudem kostet es weniger und ergibt reichhaltigere Ergebnisse.

Da SPARQL keine Bindung zu einem spezifischen Datenbankformat hat, kann es dazu verwendet werden, den Vorteil der Flutwelle der Web 2.0-Daten zu nutzen und sie mit anderen semantischen Webressourcen zu vermischen. Ausserdem wurde SPARQL zur Abfrage nicht-gleichförmiger Daten entworfen, da verschiedene Datenquellen nicht die gleiche 'Form' haben oder die gleichen Eigenschaften teilen müssen.

SPARQL verwandelt Datenzugriff in einen Webdienst

Die Kombination von SPARQL Abfragesprache und -protokoll kreiert einen Webdienst in seiner klarsten Bedeutung; aufgesetzt auf HTTP oder SOAP laufend, stellt es einen Standard-Webdienst für alles zur Verfügung, das eine Frage stellt.

"SPARQLs Fokus auf Abfragen des Datenmodells spart den Entwicklern Zeit; es gibt für den Host kleinerer Webdienste keinen Grund mehr, die verschiedenen Aspekte zum Zustand eines Systems abzufragen," erklärte Lee Feigenbaum, Vorsitzender der RDF Data Access Working Group (RDF Datenzugriffsarbeitsgruppe). "Das erlaubt dem Anwender des SPARQL-Endpunkts, jede Frage zu stellen -- es ist, als könnte er sein eigenes Interface erstellen, anstatt mit einem begrenzten Satz fester Dienste arbeiten zu müssen."

Die SPARQL-Spezifikation definiert eine Abfragesprache und ein Protokoll und arbeitet mit anderen Kerntechnologien des semantischen Webs von W3C: Resource Description Framework (RDF - Quellenbeschreibungsrahmen) zur Datendarstellung; RDF Schema; Web Ontology Language (OWL - Web Ontologiesprache) zur Erstellung von Vokabeln; und Gleaning Resource Descriptions from Dialects of Languages (GRDDL - gesammelte Ressourcenbeschreibungen von Sprachdialekten) zur automatischen Extraktion von semantischen Webdaten aus Dokumenten. SPARQL benutzt ausserdem andere W3C-Standards, welche in Webdienstimplementationen gefunden werden können, wie bspw. Web Service Description Language (WSDL - Webdienstbeschreibungssprache).

W3Cs Datenzugriffsarbeitsgruppe umfasst Industrieführer von Datenbanktechnologien, Webanwendungen

Die W3C RDF Datenzugriffsarbeitsgruppe erstellte die drei SPARQL-Empfehlungen, die heute herausgegeben wurden: die SPARQL Abfragesprache für RDF, das SPARQLProtokol für RDF, und das SPARQL Abfrageergebnis XML-Format. Die Arbeitsgruppe umfasst eingeladene Experten und Teilnehmer von Agfa-Gevaert N. V.; Asemantics S.R.L.; Clark & Parsia LLC; Cleveland Clinic; Eindhoven University of Technology; Free University of Bozen-Bolzano; Garlik; HP; IBM Corporation; Matsushita Electric Industrial Co., Ltd. (MEI); Nippon Telegraph & Telephone Corp. (NTT); OpenLink Software; Oracle; und Profium, Ltd. Die SPARQL Referenzseite enthält Aussagen zur Unterstützung und Bekenntnisse zur Einführung der neuen Empfehlungen.

W3C wird weiterhin die Beziehung zwischen dem semantischen Web und traditioneller Datenbanken verbessern; schauen sie sich den Bericht des W3C Worshops über RDF Zugriff auf relationale Datenbanken vom Oktober 2007 an.

Über das World Wide Web Konsortium [W3C]

Das World Wide Web Konsortium (W3C) ist ein internationales Konsortium, in dem  Mitgliederorganisationen, ein Vollzeit-Mitarbeiterstab und die Öffentlichkeit zusammenarbeiten, um Web-Standards zu entwickeln. W3C verfolgt seine Aufgabe  hauptsächlich über die Erstellung von Web-Standards und Richtlinien, die gedacht sind, das Langzeitwachstum des Webs sicherzustellen. Über 400 Organisationen sind Mitglieder des Konsortiums. W3C wird gemeinschaftlich vom MIT Computer Science and Artificial Intelligence Laboratory (MIT CSAIL) in den USA, dem Europäischen Forschungskonsortium für Informatik und Mathematik (ERCIM) mit Hauptsitz in Frankreich und der Keio Universität in Japan geführt und besitzt weltweit zusätzliche Büros. Weitere Informationen finden Sie unter http://www.w3.org/.