W3C

World Wide Web Consortium hält Regelsprachen-Workshop ab

Erste Versammlung von führenden Industrieunternehmen in den Bereichen Business Rules und Semantic Web Applications 

Kontakt für Amerika und Australien --
Janet Daly, <janet@w3.org>, +1.617.253.5884 oder +1.617.253.2613
Kontakt für Europa, Afrika und den Mittleren Osten --
Marie-Claire Forgue, <mcf@w3.org>, +33.492.38.75.94
Kontakt für Asien --
Yasuyuki Hirakawa <chibao@w3.org>, +81.466.49.1170

(auch in Französisch und Japanisch verfügbar)

http://www.w3.org/ -- 27. April 2005 - Das W3C hat über 60 Industrie- und Forschungsorganisationen zu einem Workshop in Washington (DC), der auf die Entwicklung einer einheitlichen Regelsprache gerichtet ist - die nächste Schicht in der Semantic-Web-Entwicklungshierarchie. Der W3C Rule Languages Workshop, der von ILOG, SA durchgeführt und vom DARPA unterstützt wird, bringt die Vorreiter der Business-Rules-Entwicklung, Kunden und Semantic-Web-Entwickler zusammen, um Anforderungen für eine gemeinsame Regelsprache zu identifizieren.

"Nach Jahren von Indstrie- und Forschungsarbeit im Bereich der Regelsprachen nähern wir uns einer Konvergenz," erklärte Sandro Hawke, W3C Semantic Web Team Entwickler und stellvertretender Vorsitzender des Workshops. "Die Kombination von Anwenderfirmen, Regelsprachendesignern und Semantic-Web-Entwicklern, die zu diesem Workshop zusammenkommen, erlaubt jedem Kundenkreis zu einer gemeinsamen Lösung für Regelsprachen im Web beizutragen."

Hawke teilt sich die Aufgaben der stellvertretende Workshopleitung mit Christian de Sainte Marie von ILOG und Said Tabet von RuleML.org.

Regeltechnologien sind ein Schlüssel zur erfolgreichen Entwicklung von Software-Applikationen

Regeln sind überall. Sie finden sich in vielen Bereichen, Disziplinen und Industrien. Geschäftsbedingungen, Gesetze und Verordnungen, Richtlinien und Erfahrungswerte, Definitionen und Axiome, Datenbankschema-Übersetzungen, Verzweigung und technische Berschränkung von Workflows - alle benötigen einen deklarativen und modularen Ansatz zur Implementierung.

Es gibt einen blühenden Markt für verschiedene Regeltechnik-Familien wie Produktionsregeln, Ereignis-Bedingung-Aktions-Regeln, Prolog, Relationale Datenbanksysteme und andere. Die praktische Interoperabilität zwischen diesen Systemen, besonders über die verschiedenen Familien hinweg, ist zur Zeit jedoch recht begrenzt.

Web Applikationen brauchen eine Standard-Regelsprache

Regeln sind auch ein Schlüsselelement der Semantic-Web-Vision, welches Integration, Ableitung und Transformation von Daten aus mehreren Quellen in verteilter, transparenter und skalierbarer Art und Weise erlaubt. Die Regeln selbst können als im Web veröffentlichte Daten verstanden werden, und wenn URIs (oder QNames) als Symbolkonstanten einer Regelsprache verwendet werden, können sie hilfreiche Verknüpfungen zwischen Wissensspeichern bilden. In der Umgebung von Web-Services bieten Regeln die Möglichkeit, die Durchführung und Komposition von Richtlinien hinsichtlich Informationsweitergabe, Zugriff auf Dienste oder der Ausführung von Prozessen zu automatisieren.  

Dieser Workshop ist ein Schritt auf dem Weg zur Etablierung eines Standardsprachen-Rahmenwerks zur Unterstützung von Regelsystem-Interoperabilität im Web. Er zielt darauf ab, Anbieter, Techniker, Applikationsentwickler und Nutzer zusammen zu bringen, um Empfehlungen für das W3C bezüglich dessen zu geben und zu diskutieren, was der beste Ansatz zur Spezifikation eines oder einer Familie von Standards für öffentliche Repräsentation und Austausch von Regeln im Web ist. Dies insbesondere auch in Hinsicht darauf, was die Vermeidung von Mehrfachaufwand, die Optimierung des Potenzials für breite Anwendung und die Förderung von Konsistenz und Interoperabilität zwischen verschiedenen Applikationsebenen angeht, wobei die spezifischen Anforderungen jeder einzelnen Gruppe  eingehalten werden.

Unter der facettenreichen Teilnehmerschaft sind die Führenden in den Bereichen Software, Produktion und Finanzen, sowie Life Sciences Forscher und Semantic-Web-Ingenieure

68 der als Antowrt auf den Call for Participation eingegangenen Beiträge sind für den Workshop angenommen worden. Die akzeptierten Artikel lassen sich lose in drei Kategorien unterteilen: Use Cases aus verschiedenen Industriezweigen, Kandidaten für neue Technologien, und Konvergenz zwischen Regelsprachen und Semantic Web. Das Programm beinhaltet Sessions zu diesen Theme und zur Evaluierung der Reichweite zur Zeit benutzter Regelsprachen, um herauszufinden, ob sie gemeinsame Charakteristika haben, und um die nächsten Schritte zu beraten. 

Folgende Ergebnisse werden vom Workshop erwartet:

Vieles davon ist bereits auf der Workshop-Homepage veröffentlicht. Weitere Anforderungen könnten auch die Bildung einer W3C-Arbeitsgruppe mit Fokus auf Regelsprachen beinhalten.

Über das World Wide Web Consortium [W3C]

Das W3C wurde gegründet, um alle Möglichkeiten des Webs zu erschließen. Dazu werden einheitliche Protokolle entwickelt, die den Fortschritt des Webs fördern und seine Interoperabilität sicherstellen. Das W3C ist ein internationales Industrie-Konsortium, das gemeinsam vom MIT Computer Science and Artificial Intelligence Laboratory (CSAIL) in den USA, dem European Research Consortium for Informatics and Mathematics (ERCIM) mit Sitz in Frankreich und der Keio Universität in Japan geführt wird. Das Konsortium bietet folgende Dienstleistungen: Informationen über das World Wide Web für Entwickler und Benutzer sowie verschiedene prototypische und Musteranwendungen, um den Einsatz der neuen Technik zu demonstrieren. Gegenwärtig sind über 400 Organisationen Mitglieder des Konsortiums. Weitere Informationen finden Sie unter http://www.w3.org/.

Über das Deutsch-Österreichische Büro des World Wide Web Consortiums [W3C]

Das Deutsch-Österreichische Büro des W3C (W3C.DE) im Fraunhofer-Institut für Medienkommunikation ist der Repräsentant des W3C für den deutschen Sprachraum. http://www.w3c.de/