W3C

Tim Berners-Lee, Erfinder des World Wide Web, wurde von Queen Elizabeth II zum Ritter geschlagen

Der Direktor des World Wide Web Consortiums (W3C) wurde im  Buckingham Palast für seine Dienste betreffend die globale Entwicklung des Internets ausgezeichnet

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Dies ist die Übersetzung der Pressemitteilung: Tim Berners-Lee, Inventor of the World Wide Web, Knighted by Her Majesty Queen Elizabeth II. Die Datumsangaben entsprechen nicht der Veröffentlichung dieser Mitteilung in Deutschland.
Übersetzung: Bettina Verhasselt


http://www.w3.org/ -- 16. Juli 2004 -- Tim Berners-Lee, Erfinder des World Wide Web und Direktor des World Wide Web Consortiums (W3C), wurde am 16. Juli während einer Investitur in London von Königin Elizabeth II zum Knight Commander, Order of the British Empire (KBE), geschlagen. Damit wurde ihm der zweit höchste Rang des Ordens des British Empire, einer der Orden des Chivalry, verliehen.

Sir Timothy Berners-Lee, KBE, 49 Jahre alt und britischer Staatsbürger, der in den USA lebt, wurde für seine "Verdienste für die globale Entwicklung des Internet" durch die Einführung des World Wide Web, eines Systems zur Organisation, Verknüpfung und zum Browsen von Internetseiten geehrt.

Er prägte den Namen "World Wide Web," entwickelte den ersten World Wide Web Server, "httpd," sowie das erste Benutzerprogramm (einen Browser und einen Editor), "WorldWideWeb," im Oktober 1990. Darüber hinaus entwickelte er die erste Version eines Programms, das in der Lage ist, Sprache für Hypertext Links zu formatieren, bekannt als HTML (HyperText Markup Language). Als sich die Web Technologien verbreiteten wurden seine anfänglichen Spezifikationen für URIs, HTTP, und HTML in größeren Zirkeln erörtert und verfeinert.

Während der einstündigen Zeremonie, die im Ballsaal des Buckingham Palasts stattfand, wurde Sir Timothy Berners-Lee von Königin Elizabeth II zum Knight Commander geschlagen. Sie benutzte dabei das Schwert ihres Vaters, König Georges VI. Er war zuvor - im Jahr 2002 - im Buckingham Palast von Prinz Philip, dem Duke von Edinburgh, geehrt worden, der ihm die Albert Medal of the Royal Society of the Arts verlieh.

"Ich fühle mich sehr geehrt ," sagte Sir Timothy. "Das Web entstand aufgrund einer fortdauernden Zusammenarbeit mit meinen Kollegen und den Entwicklern auf der ganzen Welt. Jedem einzelnen dieser Internet Gemeinschaft soll diese Ehre zuteil werden."

Dann fuhr er fort, "Das Web muss ein universelles Medium bleiben, offen für alle, das nicht die Informationen, die es übermittelt, beeinflusst. Angesichts der wachsenden Bedeutung und Erhältlichkeit von Technologie, die immer mehr Erfindungen hervorbringt, hoffe ich, dass wir lernen, dass Web als Medium zur Zusammenarbeit zu nutzen und Missverständnisse jedweder Art zu vermeiden bzw. zu beheben."

Diese Verpflichtung zur Gewährleistung von universellem Zugang und offenen Standards des Web bildete für Sir Timothy die treibende Kraft, um im Jahre 1994 mit der Unterstützung des kürzlich verstorbenen Michael Dertouzos, dem LCS Direktor, das World Wide Web Consortium (W3C) am  Massachusetts Institute of Technology (MIT) Laboratory for Computer Science (LCS) zu gründen.

Heute ist das W3C bekannt als internationale Organisation, das technische Standards für die Web- Infrastruktur und Anwendung entwickelt. Das W3C hat mehr als 400  Mitgliedsorganisationen auf der ganzen Welt, wobei sich technische Abteilungen am Massachusetts Institute of Technology's Computer Science Artificial Intelligence Laboratory (MIT CSAIL) in den USA, am European Research Consortium for Informatics and Mathematics (ERCIM) in Frankreich und  an der Keio Universität in Japan befinden.

Ziel des W3C und seiner Mitglieder ist es, die Möglichkeiten des Web durch die Entwicklung von Standard-Technologien (Spezifikationen, Guidelines, Software und Tools) voll auszuschöpfen. Dadurch soll ein Forum für Informationen, Handel, Inspiration, Gedankenfreiheit und gemeinsames Verstehen geschaffen werden.

Während Sir Timothy 1980 als Consultant Software Engineer am CERN, dem European Particle Physics Laboratory in Genf/Schweiz, arbeitete, entwickelte er ein privates Programm für eigene Zwecke, das in der Lage ist, Informationen abzuspeichern. Dabei benutzte er die Art von ungesteuerten Verbindungen, die auch im Gehirn vorhanden sind. Dieses  "Enquire" Programm, das niemals auf den Markt kam, bildete die konzeptionelle Basis für die spätere Entwicklung des Web.

1989 rief Sir Timothy ein globales Hypertext Projekt am CERN ins Leben und im Dezember 1990 stellte das Programm "WorldWideWeb" die erste erfolgreiche Demonstration von Web Benutzern und Entwicklern dar, die über das Internet zusammenarbeiteten. Im Sommer 1991 wurde dieses Projekt im Internet für jedermann zugänglich gemacht.

Sir Timothy wurde in London geboren. 1976 beendete er sein Physikstudium mit einem Abschluss des Queens College an der Universität von Oxford, England. Während seiner Zeit am Queens College baute er seinen ersten Computer mittels eines Lötkolbens, TTL gates, eines M6800 Prozessors und eines alten Fernsehers. Seit jener Zeit hat er verschiedene Ehrendoktortitel von Universitäten auf der ganzen Welt erhalten, eingeschlossen seine Alma mater im Jahr 2001. Am MIT nimmt er den 3Com Founders Chair ein und ist darüber hinaus auch Senior Research Scientist am CSAIL.

Vom Time Magazine als einer der bedeutensten Köpfe des 20. Jahrhunderts eingestuft, ist Sir Timothy ein ehrenwertes Mitglied der British Computer Society, Ehrenmitglied der Institution of Electrical Engineers und Mitglied der American Academy of Arts and Sciences.1998 erhielt er eine MacArthur Mitgliedschaft und 2001 erhielt er einen Ruf für eine Stelle in der Royal Society. Im Jahre 2002 wurde er mit dem Japan Preis ausgezeichnet.

Im Juni 2004 wurde Sir Timothy mit dem Millennium Technology Preis  in Helsinki, Finland, ausgezeichnet. Diese Ehre wurde von der Finnish Technology Award Foundation als internationale Anerkennung für eine "bemerkenswerte Innovation" verliehen, die "in direkter Weise die Lebensqualität der Menschen verbessert, die auf menschlichen Werten basiert und die nachhaltig die ökonomische Entwicklung fördert. " Bei der Ernennung von Sir Timothy hob das Finnische Preiskomitee besonders lobend die Entscheidung Sir Timothys hervor, die von ihm entwickelten Technologien weder kommerzialisiert noch zum Patent angemeldet zu haben. 

Sir Timothy ist Autor des Buches "Weaving The Web" (HarperCollins, 1999), das die Geburt des Webs und seine Weiterentwicklung zum Thema hat.

Über das World Wide Web Consortium (W3C)

Das World Wide Web Consortium wurde gegründet, um alle Möglichkeiten des Web zu erschließen. Dazu werden einheitliche Protokolle entwickelt, die den Fortschritt des Web fördern und seine Interoperabilität sicherstellen. Das W3C ist ein internationales Industrie-Konsortium, das gemeinsam vom MIT Computer Science and Artificial Intelligence Laboratory (MIT CSAIL) in den USA, dem European Research Consortium for Informatics and Mathematics (ERCIM) mit Sitz in Frankreich und der Keio University in Japan geführt wird. Das Konsortium bietet folgende Dienstleistungen an: Informationen über das World Wide Web für Entwickler und Benutzer sowie verschiedene prototypische und Musteranwendungen, um den Einsatz der neuen Technik zu demonstrieren. Gegenwärtig sind über 400 Organisationen Mitglieder des Konsortiums. Weitere Informationen finden Sie unter http://www.w3.org/

Das Deutsch-Österreichische Büro des W3C (W3C.DE) im Fraunhofer-Institut für Medienkommunikation ist der Repräsentant des W3C für den deutschen Sprachraum. http://www.w3c.de/